Was macht eine gute Remote-Führungskraft aus?

Führung auf Distanz – Eine Zusammenfassung

Was muss eine Führungskraft eigentlich bedenken, wenn plötzlich alles anders ist? Ein paar Monate nach dem Ausbruch der Pandemie haben unsere Lotsen Stephan und Basti ein erstes Fazit gezogen, wie Arbeiten und insbesondere Führung auf Distanz gelingen kann. Das Gespräch in fünf Teilen findet Ihr hier. An dieser Stelle wollen wir noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse für Euch zusammenfassen.

Homeoffice vs. Remote-Arbeit

Homeoffice kennen wir ja schon seit einigen Jahren. Nach vorheriger Absprache konnten wir an einem oder vielleicht auch mehreren Tagen in der Woche von zuhause arbeiten. Allerdings stand man mit den Kolleg*innen an den restlichen Tagen im Büro ganz normal in zwischenmenschlichem Kontakt. Auch Meetings und andere wichtige Termine blieben in der Regel analog.

Remote-Arbeiten beschreibt unser aktuelles Arbeiten besser, denn wir haben seit ein paar Monaten fast jeden Tag von zuhause aus gearbeitet. Jeder einzelne Aspekt der Zusammenarbeit musste digitalisiert werden. Das erforderte ganz neue Methoden und Werkzeuge.

Neue Herausforderungen für Mitarbeiter*innen und Teams

Für die Einzelpersonen war es notwendig, sich und die eigene Arbeitsweise neu zu strukturieren. Es brauchte ein neues Mindset, um auch zuhause dauerhaft produktiv arbeiten zu können.

Selbst eingespielte Teams mussten sich noch einmal völlig neu zu finden. Denn ihre bisherige Art der Zusammenarbeit war nicht mit der veränderten Situation vereinbar. Es musste gemeinsam ein „New Normal“ geschaffen werden.

Die vier Rollen der Führungskräfte

Führungskräfte nehmen in ihrer Funktion vier verschiedene Rollen ein (Mensch, Manager*in, Fürsorgeperson, Leader), an die sich jeweils ganz eigene Anforderungen stellen.

In der Rolle als Mensch muss die Führungskraft aus einer Vorbildfunktion heraus agieren und sich mit Offenheit an neue Tools und Prozesse wagen.

Die Rolle als Manager*in ist in der Umstellung ganz besonders gefordert. Denn an der Führungskraft liegt es, auch weiterhin einen Rahmen für produktive Zusammenarbeit zu bieten.  Beim Remote-Arbeiten gibt es kein „Mal eben was besprechen, wenn man sich eh gerade sieht“. Die Aufgaben müssen also klarer delegiert und kommuniziert werden. Ein flexibler Umgang mit Kommunikationskanälen ermöglicht auch spontane (Video-)Gespräche. Eine Festlegung von Teamregeln für den Digitalen Raum, beispielsweise zum Verhalten in Meetings, können ebenfalls sehr wirkungsvoll sein.

Eine weitere große Herausforderung für Manager*innen ist es, das Gefühl des Kontrollverlustes zu überwinden. Mit beidseitigem Vertrauen durch Offenheit, klar definierten Zielen, Verlässlichkeit und unterstützenden Tools (wie beispielsweise Asana) ist ein gutes und produktives Verhältnis zwischen Führungskraft und dem Team möglich. Dabei sollte die Führungskraft allerdings nicht vergessen, dass es beim Einsatz solcher Tools nicht um die klassische Kontrolle des Arbeitsfortschrittes gehen sollte. 😉 Ziel sollte es sein, im Team den Überblick zu behalten und Aufgaben transparent zu verteilen. Die Frage, wie viele To-Dos ein Mitarbeiter am Tag geschafft habe, gehört in vergangene Jahrzehnte und hat mit moderner (Remote-) Zusammenarbeit nichts zu tun.

Für die Fürsorgeperson steht das Wohl der Mitarbeiter*innen im Vordergrund. Ein regelmäßiger Austausch, Unterstützung bei der Selbststeuerung und Förderung des Miteinanders im Team (beispielsweise durch ein digitales Feierabendbierchen) helfen dabei, die Zufriedenheit und Produktivität der Belegschaft zu bewahren. Hier kann die Führungskraft Nähe zeigen und sie versetzt sich selbst in die Lage, Probleme, die Abseits der Arbeit auftreten zu erkennen und gemeinsam mit den Mitarbeiter*innen zu lösen.

In der Rolle als Leader zeigt die Führungskraft ihrem Team perspektivisch auf, wo das Unternehmen hinsteuert. Transparenz und konstruktive Gespräche schaffen Vertrauen in die Strategie des Arbeitgebers. Auch hier kommt die neue Art zu Arbeiten zum Tragen. Eine Leader*in geht voraus, packt mit an und arbeitet auf Augenhöhe mit dem Team. Früher hätte man hier wohl den Ausspruch „Führen durch Vorbild“ genutzt.

Hier noch einmal das vollständige Video zu den vier Rollen der Führungskräften mit weiteren Infos.

Welche Lehren können wir für die Zukunft ziehen?

Wenn wir die Pandemie erst einmal hinter uns gelassen haben, werden wir vermutlich wieder große Teile der Arbeit zurück ins Büro verlagern. Wichtig ist dabei allerdings, nicht zu versuchen, alles auf „Vor-Corona“-Arbeitsweisen zurückzudrehen. Im Zuge des Remote-Arbeitens ist klar geworden, dass viele Meetings zu unstrukturiert oder womöglich überflüssig waren. Die neu geschaffene Besprechungskultur bildet eine gute Basis für Anpassungen in analogen Meetings. Gleiches gilt für die deutliche Kommunikation zu Aufgaben und Anforderungen sowie viele weitere Bereiche.

Dein Feedback bitte

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.