Wieso es nichts bringt dem Kind einen neuen Namen zu geben.

Die Stadtglanz Y hat in ihrer Ausgabe aus dem März 2019 eine Kolumne von Lotse Christian veröffentlicht. Das übergreifende Thema war New Work. Wieder so ein Wort. „New Work“. Was soll das eigentlich sein? Und wieso muss Arbeit überhaupt neu sein? Und wieso steht ist das schon wieder englisch?

Tja. So ist das eben in der digitalisierten Welt.

Wer in der Digitalisierungsszene etwas auf sich hält, nutzt nicht nur neue Technologien, sondern setzt auch auf szenetypische Modebegriffe. Besonders beliebt: Anglizismen oder ein „4.0“ am Ende eines jeden Wortes, dass nicht bei drei auf dem Baum ist. Nun hat die Digitalisierung auch die Arbeitswelt erreicht und bringt damit neue Heilsbringer hervor: „New Work“ und „Arbeiten 4.0“. Working out Loud. Yeah!

Christian Bredlow in der Stadtglanz Y, Ausgabe 05, Seite 79

Warum das so ist und ob das alles einen Sinn hat, wollen wir gar nicht bewerten. Ist halt so. Können wir blöd finden, das wird aber nichts ändern. Was bleibt ist aber der Eindruck, dass

  1. der klassische 9-to-5 Job ausgedient hat und
  2. jede Woche ein neuer Neologismus durchs Dorf getrieben wird, um Handlungsdruck zu vermitteln.

„Sie müssen auch New Work machen, sonst können Sie am Markt nicht bestehen!“

„Wie? Sie machen noch kein Working out loud? Naja, Sie werden schon wissen, was für Ihr Unternehmen richtig ist.“

Unter dem Banner des Normalarbeitsverhältnisses waren die Nachkriegsgeneration und die Baby-Boomer vollzeitbeschäftigt, unbefristet angestellt, komplett in die sozialen Sicherungssysteme integriert und permanent darum bemüht, dass es ihre Kinder einmal besser haben sollten als sie selbst.

Christian Bredlow in der Stadtglanz Y, Ausgabe 05, Seite 79

In diesem Satz erkenne ich meine Großeltern und Eltern sehr gut wieder. Doch statt es ihnen gleich zu tun, sucht meine Generation nun nach dem Sinn des Lebens & der Arbeit, Handlungsfreiheit und Teilhabe. Gut so! New Work liefert viele Schnittmengen mit den geforderten, sinnstiftenden Elementen der Generationen Y und X.

Und jetzt?

Aber hilft New Work bei diesem Ansinnen wirklich weiter? Christian hat dazu eine sehr dedizierte Meinung, die ich uneingeschränkt teile. Und das nicht, weil er mein Boss ist:

Die bloße Ankündigung, fortan „New Work“ zu betreiben, gepaart mit veränderter Büroaustattung und Fahrrädern an Wänden, verändert die bestehende Arbeitsweise und Kultur einer Organisation nicht.


Christian Bredlow in der Stadtglanz Y, Ausgabe 05, Seite 79

New Work und veränderte Arbeitsweise stehen zueinander wie Breitbandausbau und digitale Transformation. Das eine liefert nur die Infrastruktur für das andere. Beides kann nur zusammen funktionieren. Christians Ratschlag am Ende des Artikels lautet daher, sich nicht zu sehr damit zu beschäftigen, wie man seine Arbeitsweise nennt, sondern darüber nachzudenken, wie wir künftig arbeiten wollen.

Arbeit ist nämlich kein Selbstzweck, sondern soll dem Kunden unseres Unternehmens auch einen Mehrwert bringen. Wer das versteht, ist in der Lage neue Arbeitsformen sinnvoll in die Arbeitsabläufe seines Unternehmens zu integrieren.

Wir alle müssen nicht an unserer „alten Arbeit“ schrauben, sondern an unserem „Old Mindset“. Denn nur wer […] eine offene Geisteshaltung zu den neuen Entwicklungen an den Tag legt, ist am Ende auch bereit für „New Work“ […].


Christian Bredlow in der Stadtglanz Y, Ausgabe 05, Seite 79

Ab jetzt sind hier alle #agile, oder was?

Es ist ja nicht so, dass Christian sich das erste Mal mit neuen Arbeitsweisen befasst hätte. In seiner Keynote „Ab jetzt sind hier alle #agile, oder was? befasst er sich mit Buzzwords wie Agilität und New Work.

Warum schreiben alle mit Kreidestiften auf Ihre Fenster und wozu kleben jetzt überall diese Posties? Christian erklärt die Bedeutung dieser Themen für den deutschen Mittelstand und seine Führungskräfte – denn veränderte Arbeits- und Führungsweise funktioniert nur dann erfolgreich, wenn Sie von Führungskräften verstanden und (vor-)gelebt wird.

Nur ein kleines Video. Ok? Mehr zu Christians Keynotes findet Ihr hier.

Der Artikel der Stadtglanz Y ist kostenfrei online verfügbar. Ich habe das hier mal verlinkt.

Viele Grüße

Basti

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