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#digidingens: Disruption

Zu Beginn dieses Jahres, als noch niemand an Corona dachte, haben nahezu zeitgleich zwei Ereignisse stattgefunden, die diesen Artikel geprägt haben. Am 23. Januar 2020 trauerte die Welt um den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Clayton M. Christensen. Der ehemalige Professor der Harvard Business School beschrieb in seinem 1997 erschienenen Buch „The Innovator’s Dilemma“ wieso erfolgreiche und etablierte Unternehmen scheitern, wenn Technologien sich aus der Nische zum „Next Big Thing“ weiterentwickeln.

Einen Tag zuvor, am 22. Januar erreichte der Automobilhersteller Tesla erstmals eine Börsenkapitalisierung von über 100 Milliarden Dollar und war damit erstmals wertvoller als Volkswagen. Ein weiterer Meilenstein mit dem Elon Musk seine Macht unter Beweis stellte.

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Und zwar nicht, weil er die besten Autos oder die meisten Autos baut, sondern beim weil er verstanden hat, worum es in der Zukunft geht: Daten. Teslas sammeln Unmengen an Daten. Sowohl beim Fahren als auch beim Tanken an der eigenen Ladeinfrastruktur, die das Unternehmen mit seinen Super-Chargern mittlerweile auf der ganzen Welt platziert. Das alles tun sie mit eigenen Chips und eigener Software. Die Broker dieser Welt sehen darin einen enormen zukünftigen Wettbewerbsvorteil gegenüber angestammten Automobilherstellern und honorieren dies mit einer aberwitzigen Zahlungsbereitschaft für die Anteilsscheine des Unternehmens aus Palo Alto.

1000 mal gehört, 1000 mal ist nichts passiert

#Digidingens ist – wie unsere treuesten Leser wissen – ein Blog, in dem ich Euch regelmäßig Begriffe erkläre, die uns im Arbeitsalltag immer mal wieder unterkommen. Manche davon kennen wir – bei anderen haben wir keinen Schimmer, was sie eigentlich bedeuten sollen. Einer dieser Begriffe, den gerade Chef*innen und Unternehmensberater*innen super gerne benutzen, um den Blutpinsel zu schwingen, ist Disruption.

Passt auf, sonst kommt die Disruption

Disruption kommt vom englischen Wort „to disrupt“ was auf Deutsch soviel bedeutet wie „zerstören“ oder „unterbrechen“. Und genau da liegt der Clou bei der Disruption. Ein bestehendes, erfolgreiches Geschäftsmodell wird durch eine bahnbrechende Technologie oder Idee derart unter Druck gesetzt, dass es daran zerbricht. Das lässt sich sogar auf ganze Branchen und Märkte übertragen.
 
Die bisherigen Platzhirschen sehen diese Veränderungen entweder nicht kommen, oder sind zu groß und haben so viel Verantwortung für ihre Arbeitnehmer, dass sie einen Umbau des Geschäftsmodells scheuen.

Klasse! Ihr habt die bestehenden Arbeitsplätze gesichert. Leider nur kurz. Und danach sind dann alle Ihren Job los. 

Disruption gab es doch schon immer!

Jetzt werdet ihr sagen, dass Fortschritt und Innovation nichts neues sind. Stimmt. Das hat es immer gegeben, und dass die DVD von der BlueRay abgelöst wurde ist kein Wunder. Einfach gesprochen, handelt es sich um das gleiche Medium, das über mehr Speicher verfügte, um Filme mit höherer Qualität in die heimischen Wohnzimmer zu bringen. Die Blueray ist also eine Weiterentwicklung, eine evolutionäre Innovation. 

Die Gamechanger, die alles verändert haben, waren dann aber die Streamingdienste. Aufgrund höherer Übertragungsgeschwindigkeiten der Internetleitungen und der verbesserten Infrastruktur bei den Anbietern, war es plötzlich möglich, auf das physische, runde Medium zu verzichten. Kein Mensch braucht mehr die ollen Plastikscheiben mit Filmen drauf. Wir sprechen von disruptiver Innovation.

Auf die Feinheiten kommt es an

Wichtig ist also: Nicht jede Veränderung, auch nicht sprunghafte, sind gleichzusetzen mit Disruption. Folgt man der Lehre von Clayton M. Christensen, kann man davon nämlich nur sprechen, wenn ein Produkt, dass zunächst eher ein Nischendasein fristete, sich im Schatten so gut weiterentwickelt, dass es irgendwann auch der breiten Masse der Konsumenten genügt und dann die Platzhirschen aus dem Markt drängt.

Disruptiert Euch selbst

Wie wappnet man sich denn gegen Disruption? Naja. In dem man nicht stehen bleibt und unbequem zu sich selbst wird. Zum Beispiel in unserem WorkshopDisrupt your own Business„. Gemeinsam schauen wir uns die Herausforderungen in Eurem Markt an und entwickeln eine Blaupause für die Zukunftsfähigkeit Eures Geschäftsmodelles. Das ist kein Hexenwerk, sondern eine Frage des richtigen Mindsets.

Noch ein bisschen Inspiration?

Kein Problem. Mit unserem kostenfreien Virtual MeetUp bieten wir Euch die Möglichkeit Euch noch ein bisschen näher mit dem Thema auseinanderzusetzen. Meldet Euch am besten sofort an! Hier gehts zum Virtual MeetUp: Was ist Disruption? Ihr wart noch nie bei unseren Virtual MeetUps dabei? Macht doch nichts. Stellt Euch einfach die folgende Frage:

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